Wo fängt man am besten an? Wenn man so einen kleinen Flitzer vor sich stehen hat, gibt es natürlich viele Punkte, an denen man ansetzen kann. Da ich immer nur abends ein bis zwei Stunden Zeit habe, habe ich mir in der ersten Woche kleinere Baustellen vorgenommen. Eben so, dass man schon sieht, dass etwas vorwärts geht.
Da ich von vorn herein schon nicht daran gezweifelt hatte, dass es eine Komplettrestaurierung werden wird, kümmere ich mich nun in erster Linie um das Zerlegen. Das Auto muss komplett auseinandergenommen werden, damit man auch jede noch so kleine Roststelle entdeckt und beseitigen kann. Sollte man eine Roststelle übersehen, kann diese sich im Laufe der Zeit weiter ausbreiten und man muss in den meisten Fällen die teure Lackierung an dieser Stelle erneuern. Manchmal kann dies recht umständlich werden, manchmal sieht man die erneute Rostbildung nicht, was dann wiederum zu größeren Problemen und Kosten führen kann. Also, gleich lieber richtig.
Beim Auseinanderschrauben habe ich mir gleich mehrere Ziele gesetzt.
- Das Zerlegen an sich, damit eine spätere (Ent-) Lackierung vollständig durchgeführt werden kann
- Das Dokumentieren von nötigen Ersatzteilen
- Das Beschriften der Anschlüsse vom Kabelbaum
- und nicht zuletzt das Kennenlernen und Verstehen der Technik (für das Zusammenbauen könnte das von Vorteil sein…)
Für komplette Neulinge ist ein Zerlegen natürlich nicht wirklich ein guter Einstieg, da sollte man eher mit kleineren Dingen beginnen. Je nach Oldtimer können das unterschiedliche Aufgaben sein, wie z.B. Radlager wechseln, Bremsen überholen, neue Dichtungen einbauen, Fenster neu einstellen. Auf jeden Fall sollte darauf geachtet werden, dass man sich beim Auseinanderschrauben gleich überlegt, “wie bekomme ich das später wieder zusammen?”. Man sollte sich am besten vorher schon ein bisschen kundig machen. Das spart Zeit, Nerven und vor allem Kosten. Einschlägige Foren helfen über die ersten Hürden und die Suchfunktionen sind echt klasse…
Geht es dann los, sind viele kleinere und größere Kistchen hilfreich, in denen man thematisch die abmontierten Teile legt. Für den Kofferraum, den Innenraum, Teile vom Motor, usw. Dann hat man nachher alles wieder beisammen, ohne dass man groß suchen muss. Am besten schreibt man sich gleich eine Liste mit den Teilen, die man neu besorgen muss. Das können natürlich wirklich alte Teile sein, die man auch beim besten Willen nicht mehr einbauen kann oder auch solche Dinge die immer ersetzt werden müssen wie Dichtungen, selbstsichernde Muttern oder solche, die eingeschlagen werden müssen.
Unangefochten ist die eigene Garage mit voll ausgestattetem Werkzeug, wo man auch mal was liegen lassen kann. Jedes Mal aufräumen, alles wieder staubfrei machen, nein, das geht nicht. Allerdings ist ein gewisses Mass an Ordnung nervenschonend. Es gibt nichts störenderes, als immer das passende Werkzeug zu suchen.
In diesem Sinne, Vorbereitung, Platz und Ordnung ist die halbe Restaurierung.