Hallo hallo. Ja, es gibt mich noch. Zugegeben, nach einer so langen Enthaltsamkeit des Tippens fällt es einem schwer, mal wieder mit sauberen Fingern etwas zu tun. Es gibt einiges, was ich ezählen kann, fangen wir mal vorne an.

Wie schon im ersten Post des Projektes 2 angedeutet, habe ich einen 126er-Motor gekauft. Den bekommt man bei eBay zum Selberherrichten oder bei verschiedenen Anbietern als fertige Komplettlösung zum Einbau. Je nach Umfang und eigenem Können ist das sicherlich die bessere Wahl. So unglaublich es sich auch anhört, einen fertigen Motor zu kaufen ist sicherlich auch günstiger, als ihn selber zusammen zu bauen. Warum ich das gemacht habe? Hmm, ich weiss nicht?! Anfangs war es einfach das Unwissen, was alles auf mich zukommt, danach war es die Neugierde, dann der Ehrgeiz. Aber so kann ich nun immerhin sagen: “Der Motor? Ja, den habe ich selber komplett zerlegt und wieder zusammengebaut. Und das beste ist, dass er sogar wieder läuft!” Ja, so ein Noob wie ich, der hat es hinbekommen. Es hat zwar ziemlich lange gedauert (mit kreativen Denkpausen), aber er läuft. Im Moment fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten für den Einbau, aber gelaufen ist er schon mal. Aber eins nach dem Anderen.

Gesäuberter Block

Gesäuberter Block

Das Zerlegen der 126-Maschine lief ziemlich analog zu dem Zerlegen des Kombi-Motors. Gut, manche Teile sehen ein bissl anders aus, aber von der Funktion her ist alles gleich. Wenn man sich einen Motor zum Tunen zulegt, sollte man unbedingt darauf achten, dass er dreht, besser sogar, dass er noch läuft. Ein solches Exemplar hatte ich als Ausgangsmaterial. Er war komplett mit Vergaser, Anlasser, (Drehstrom-) Lichtmaschine und Lüftergehäuse. Bevor man den Motor testweise startet, sollte man sicher sein, dass er nicht schon ein paar Jahre steht. Sollte das der Fall sein, macht man eher mehr kaputt, als dass man an Erfahrung gewinnt. Wenn man nicht vorhat, den Motor zu zerlegen, sollte man auf jeden Fall das Öl ablassen und nach “Inhaltsstoffen” untersuchen. Findet man Gummiteile (Dichtungen), feste Metallstücke oder sonstiges, ist es ratsam, die Ölwanne abzunehmen und genauer nachsehen, was man hier gefunden haben könnte. Von unten kann man auch sehr schön in den Motor sehen und kann den aktuellen Zustand besser bewerten. Je mehr fester Ölschlamm an den Wänden klebt, desto eher sollte man sich dazu überreden, mehr zu tun. Als nächtes schraubt man den Ölschleuderfilter auf und kann auch hier sehen , was der Motor in den letzten Jahren verdaut hat. Bestenfalls findet man hier keine Ablagerungen (hahaha), normalerweise stößt man auf grauen Ölschlamm, welcher sich einfach auskratzen lässt. Da ich sowieso den Motor komplett zerlegen wollte, habe ich mich schon auf eine längere Arbeitszeit eingestellt. Auch bei diesem Projekt ist es wichtig, dass man alles (ALLES!) fotografiert, was man zerlegt. Lieber mehr Fotos machen, aus einer anderen Perspektive, näher, weiter weg – und nicht wackeln… ;)

Neue Zylinder und Kolben

Neue Zylinder und Kolben

Noch ein kleiner Tipp: Wenn man den kompletten Motor zerlegen will, muss man viel putzen, also, echt viel. Der ganze Dreck, der da rauskommt, ist Sondermüll. Das Öl, das man ablässt, kann man (zumindest in Deutschland) wieder da abgeben, wo man neues gekauft hat, man muss eben nur zwischenlagern. Der gröbere Dreck und der Schlamm lässt sich mit einer ordentlichen Portion Bremsenreiniger und Wasser an einer Autoreinigungsstation säubern. Die Anlagen haben alle einen Ölabscheider, das bedeutet, dass der Dreck fachgerecht entsorgt wird. Der Dreck, der danach noch in und an den Teilen bleibt, kann mit mehr oder weniger Körpereinsatz mithilfe von Spülmaschinentabs entfernt werden. Ich habe mir aus einer Ikea-Box, einem Ventilatormotor, einer Fondue-Soßen-Drehscheibe und ein wenig Holz eine Rüttel-Shake-Maschine gebaut, die die mit kochend heißem Wasser (und Spülmaschinen-Tabs) gefüllte Ikea-Box ein paar Stunden lang durchschüttelt und somit die eingelegten Teile säubert. Der Erfolg war mäßig. Einfacher und billiger gehts wohl, indem man sich eine alte Spülmschine bei eBay holt (gibts für ein paar Euronen). Die machen wirklich schön sauber. Und wenn nicht, dann lässt man’s nochmal durchlaufen. Allerdings sollte man wirklich keine ölverschmierten oder -haltigen Teile reinpacken.

Wenn man den Motor zerlegt hat (nein, ich denke, das muss ich nicht genauer beschreiben), sollte man möglichst alle Teile durchmessen. Hierzu hilft das Reparaturbuch, in dem alle Masse und Grenzwerte zu finden sind. Alle Teile, die an ihre Verschleisgrenze gekommen sind, muss man ersetzen. Je nach ihrer Preislage empfiehlt es sich, auch die Teile zu ersetzen, die schwer zugänglich sind. Leider können zu den Verschleissteilen auch die Nockenwelle und die Kurbelwelle gehören. Für die Kurbelwelle gibt es auch Übermaßlager, welche dann zum Einsatz kommen, sobald die Lagerbolzen zu dünn geworden sind. Eventuell muss man da an der Kurbelwelle nochmals nachhelfen und Material abnehmen (lassen!, nicht selber schleifen, das wird nix!!). Die Übermaßlager sind aber erstens nicht einfach zu bekommen (ich hätte noch eines! ;) ) und zweitens auch ein Stück teurer. Da die Nockenwelle bei einem Tuning ein potentiellen Kandidat ist, habe ich mir bei ihr das Durchmessen gespart und gleich auf eine neue (sollte schon sein), nicht umgeschliffene (sollte nicht sein), 300°-Sportnocke zurückgegriffen. Allein die schlägt schon mit ca. 240 Euro zu Buche.

Was ist noch alles ratsam, um dem Motörchen ein bissl mehr Pfeffer unterzujubeln? Meiner Ansicht nach, ist diese Reihenfolge sinnvoll:

  • anderer Vergaser (zb Weber 28 (30 Euro), oder für mehr Bumms der Weber 30 DGF (70 Euro))
  • Panda Zylinderkopf (je nach Zustand 200 – 400 Euro, darauf achten, dass er keine Risse im Brennraum hat)
  • Sportnockenwelle (288° / 300° (240 Euro), je mehr Grad, desto teurer und komplizierter)
  • Erleichtertes Schwungrad (130 bis 200 Euro)
  • Sportauspuff (100 bis 150 Euro)
  • Elektronische Zündung (123Ignition, 250 Euro)
  • Leichte Kolbenbolzen (45 Euro)

Dazu gesellen könnte sich:

  • Größere Ölwanne (4 Liter, 150 Euro)
  • Ölkühlung (mit Pumpe, 500 Euro)
  • synchronisiertes Getriebe vom 126er (120 bis 200 Euro)
  • Bremsscheiben vorne (300 bis 400 Euro)

Bald geht’s weiter…

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