Lange war’s mal wieder ruhig. Aber nur scheinbar. Es gibt zwei neue Projekte, die neben den bestehenden (Familie, Arbeit, (seit kurzem wieder) Garten und Fiat Kombi) um meine Zeit streiten. Hier möchte ich Euch das eine vorstellen, um das ich mich kümmere. Ich habe überlegt, ob es überhaupt sinnvoll ist, hier darüber zu berichten. Ich denke aber schon, weil es sich um ein ähnliches Thema handelt: Tuning.
In der Garage steht ein Fiat 500 in der Limousinen-Version. Er ist – im Gegensatz zum weißen Kombi – voll fahrbereit. Noch. Denn er wird ein historisches Tuning erhalten. Was ist historisches Tuning? Nun ja, man kann es natürlich übertreiben, wie dieser Kollege hier. Ok, ok, alles Geschmackssache, mir gefällt das nicht. Ein solches Tuning hat in Deutschland einen weiteren, für manche Besitzer sogar einen gravierenden Nachteil. Sollte ein Oldtimer einmal so aussehen, ist das H-Kennzeichen gegessen. Das bekommt man nur, wenn das Fahrzeug nicht zu sehr und nur mit zeitgenössischem Zubehör aufgerüstet wird. Stellenweise gibt es Ausnahmen, wenn es beispielsweise die Sicherheit angeht. Sicherlich sind ein neuer Automatikgurt oder auch Scheibenbremsen (das wird sich noch zeigen) Dinge, über die man sich (IM VORFELD!) mit seinem TÜV-Prüfer unterhalten kann. Leider (oder Gott sei Dank) gibt es in Deutschland keine eindeutigen Vorschriften, was die Vergabe des H-Kennzeichens angeht.
Das nur mal so als kleine Einleitung. Jeder, der tunen möchte, muss natürlich für sich selbst entscheiden, wie, mit was, und wieviel. Ich für meinen Teil habe mich für ein zeitgenössisches Tuning entschieden, durch das die Leistung von 18 auf ca. 25 bis 28 PS gesteigert wird. Diese Angabe ist aber nur die eine Seite der Geschichte. Natürlich, klar, voll viel PS is voll krass, Alder. Is scho recht. An was man aber auch noch denken könnte, ist das Drehmoment und dessen Verlauf zu optimieren. Drehmoment? Nein? Nicht bekannt? Das Drehmoment ist die Kraft, die über die Kurbelwelle, das Getriebe, die Achsen auf die Räder übertragen wird. Somit ist das Drehmoment die Kraft, auf die es ankommt, wenn man einen anderen Flitzer an der Ampel stehen lassen will. Wikipedia kennt hierzu auch ein paar Formeln.
Um ein Tuning durchzuführen, gibt es einige Ansatzpunkte. Das ganze hier darf man aber auch nicht mit modernem Tuning vergleichen. Hier geht es um Analysieren von Luftströmen, Polieren von Ansaugstutzen, Austauschen von Düsen im Vergaser, Gewichtsreduktion, … und nicht darum, wie man eine Software auf einen Chip packt, der die Motorsteuerung übernimmt. Also echte Handarbeit eben. Dazu muss man einiges an Literatur wälzen und viel ausprobieren. Was hier beschrieben wird, funktioniert (hoffentlich) mit meinem Motor, das muss aber nicht zwangsläufig heissen, dass das 1:1 auf andere übertragbar ist. Vom Prinzip her schon, aber selber probieren muss man schon.
Also, konkret, was steht an? Was ist geplant? Ich habe mir auf eBay einen funktionierenden Motor eines Fiat 126 gekauft. Der hat den identischen Motor von den Maßen her, mit kleinen Unterschieden im Detail. Der Motor hat ein bisschen mehr Hubraum: 650 anstatt der 594 ccm. Ist nicht viel, aber schon mal was. Diesen Motor werde ich zerlegen und mit neuen leichteren, bearbeiteten und / oder härteren Teilen neu aufbauen. Dazu gehören:
- leichtere Schwungscheibe
- Sportnockenwelle
- Sportauspuff
- Doppelkanalzylinderkopf
- Registervergaser
- leichte Kolbenbolzen
- größere Ölwanne
- synchronisiertes Getriebe
- tiefergelegtes Fahrwerk
- evtl. Scheibenbremsen
- und natürlich: Abarth Racing Stripes…
Diese Teile liegen natürlich nicht auf der Straße herum, man muss wissen wo man sie herbekommt. eBay, Fiat Forum, Gerstl, es gibt viele Quellen. Allerdings muss man auch wissen, wie man sie verbaut, auf was es ankommt, sonst wird das ganze ein sehr kurzes Vergnügen.
Schau mer mal…
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