Es sind doch schon wieder tatsächlich fünf Wochen vergangen, seitdem ich über die kleine Pumpe geschrieben habe. So wird das aber nichts mit diesem Sommer, das sag ich mir jetzt gleich.
Aber ich war nicht untätig. In der Zwischenzeit habe ich die Lichtmaschine zerlegt und sie mit meinem letzten Rest Handwaschpaste gesäubert, wobei ich an dieser Stelle mal sagen muss, dass diese Paste von W5 um einiges besser reinigt, als die vom Müller. Allein die Seifenwirkung ist schon besser. Ok, gut, der Sand in der Müllerpaste lässt sich besser schmieren als diese Holzfaserwolle in der W5, aber ich bin eher von der W5 überzeugt. Ausserdem richt die grüne Müllerschmiere nach Marzipan. Bevor das ganze hier nun aber ins philosophische abdriftet, wende ich mich lieber dem kleinen stinkigen Patienten zu – trotzdem schaue ich, wo ich die W5 wieder herbekomme.
Noch mal eine kleine Zusammenfassung: Der Vergaser ist schon weg, die Ölschleuder ist auch sauber und die Lichtmaschine haben wir ebenfalls schon erldigt. Somit kommt als nächster Schritt der Zylinderkopf an die Reihe.
Beim Demontieren des Kopfes ist trotz seiner Widerwilligkeit etwas Fingerspitzengefühl gefragt – wobei, so teuer sind die Stößelrohre auch nicht. Im Ernst: Ich habe den bockigen Kerl etwas abhebeln müssen und dabei wirklich jedes der fünf Rohre beschädigt. Also, nicht richtig, aber eben eine schöne Delle in jedes einzelne. Das ist mir aber erst hinterher beim Reinigen aufgefallen. Die neuen sind bestellt, weil ich nach dem Ausbau der Ventilfedern vorstellen kann, was hier für eine Kraft am Werken ist. Bevor die alten Rohre instabil werden und mir die Stößelstangen um die Ohren pfeifen, habe ich mich für deise Variante entschieden. Das wird auch nicht das letzte Mal sein, dass beim Ausbau etwas kaputt geht. Allerdings wars auch nicht das erste Mal.
Nun ja, nachdem man die Muttern gelöst hat, kann man den Kopf nach oben abziehen. Keine Angst, da fällt nix ab oder runter, es sei denn, man hat die Muttern vorher oben drauf gelegt und nicht schön brav archiviert. Wenn man wie ich etwas nachhelfen muss, dann fällt die erste Wahl sicher auf einen schönen großen langen & stabilen Schraubendreher. Achtung, Zeigefinger: Der Motorblock ist zum größten Teil aus Aluminium, damit der Zwerg vom Fleck kommt. Aluminium ist schön leicht, allerdings auch recht anfällig gegen große, lange & stabile Schraubendreher. Also: immer schön aufpassen und notfalls etwas unterlegen, wenn man mal hebeln muss.
Mit so einem kleinen und süssen Kopf macht man sichs dann in der warmen Küche gemütlich. Die Frau ist unterwegs, die Küche gehört uns (und nie den Blick zur Küchenuhr vergessen – 10 Minuten aufräumen MÜSSEN eingeplant werden). Google meinte, Backofenspray würde helfen, den ganzen Dreck runterzubekommen. Ohne Aufwand, einfach aufsprühen und warten. Gelesen – gemacht – VERDAMMT!! Nach dem Abwaschen sah das Alu grau und stumpf aus. Und der Dreck? Schön lecker schmierig überall! Somit merken wir uns: Backofenspray gehört in den Backofen. Daher auch der Name. Soll ich nun noch den “Trick” mit dem Spülmaschinentab probieren oder lieber nicht? Ach, was solls, der Kopf sieht eh schon scheisse aus, was soll da noch passieren? Wasser abkochen, 2 Tabs inne Ikeabox reinbröseln und den Kopf versenken. Die Kontrollhebungen wären diesmal nicht nötig gewesen. Spülmaschinentabs sind ganz große Klasse. Daher auch der Name (?). Ähm, ja. Auf jeden Fall kann ich das nur weiterempfehlen. Das kann man auch mehrmals hintereinander machen und immer eine Nacht stehen lassen. Möglichst nicht an einem Ort, wo man nachts Überflieger spielt, die Sauerei geht sicher nicht mehr raus. Aber der Kopf ist top: Schaut selbst.
Während der Kopf weicht, kümmern wir uns um die Stößelrohre. Den ganzen Dreck mit den Fingern abpopeln? Nee, sicher nicht. Wozu liegt hier zufällig ein Messingdraht? Ein Stückchen abgewickelt, Röhrchen umgewickelt, und mit der Zange gezogen – sauber (die Finger schmerzen hinterher, glaubt mir!). Der Draht sollte allerdings nicht zu dünn sein, sonst reißt er und die Zange knallt auf den Tisch: erstens Macke, zweitens taucht die Jungfraktion wieder aus dem Bett auf: “Was Du machen? Wo Mama?” – Mist, schon so spät!!
Tags: Backofenspray, Küchenuhr, Mama, Spülmaschinentab, Stößel, Stößelrohr, Zylinder, Zylinderkopf




