Neuer Abend, neues Glück. Den gereinigten Zylinderkopf habe ich Euch ja bereits im letzten Post gezeigt. Ich habe noch ein bisschen mit einer ausgedienten Zahnbürste nachgeholfen. Wenn man das ganze im Sommer draussen machen würde, könnte man mit einem Kompressor noch durch die Ritzen flitzen. In der Küche würde ich aber aufgrund der Geheimhaltung der Aktion auf diese Maßnahme verzichten.
Im nächsten Schritt werden wir die Ventile demontieren. Wie bereits angesprochen, ist es nicht ganz so einfach die Doppelventilfedern von der Dringlichkeit der Reinigung zu überzeugen. Aber wie so oft findet man auch hier im Fiat 500 Forum eine Hilfestellung, sogar bebildert. Hier eine wagemutige Abbildung der falschen Umsetzung:
Was ist hier falsch? Na, man sieht es nicht gleich. Der Kopf liegt falsch herum. Nein, nicht die Federn nach unten packen, sondern einfach auf der Tischebene drehen. Wenn man das ganze so mit dem Schraubstock zusammenpresst wie abgebildet, rutscht er ab und wenn man Glück hat, kommt man mit einem perforierten Ohr davon. Wenn man den Kopf umdreht, würde der Schraubstock in die andere Richtung kippen und man könnte gefahrlos von vorne her arbeiten. So allerdings muss man immer fürchten, dass man innerhalb der nächsten 1/100 Sekunde an einem Kopfdurchschuss zu Boden geht.
Die Ventile müssen “entsichert” werden, indem man am oberen Ende der Federn den Endteller nach unten drückt und die dann freiliegenden Ventilkeile mit einem Magneten absaugt. Dazu legt man am besten noch einen Maulschlüssel unter, der dafür sorgt, dass genau diese Stelle auch zugänglich ist. Ja, das kann sein, dass man hier schon ordentlich drücken muss. Und nicht erschrecken, wenn es knallt…
Hat man die beiden Keile pro Ventil am Magneten kleben, kann man mit viel Gefühl die Zwinge wieder lösen und anschliessend den oberen Teller abnhemen, die beiden ineinanderliegenden Federn abziehen und den unteren Teller rauspopeln (vielleicht ist der auch magnetisch, das habe ich nicht probiert). Hier links noch ein Hilfestellungbild in Nahaufnahme. Übrigens gibt es auch eine entsprechende Vorrichtung für die (De-)Montage der Ventile. Ist vielleicht auch ne Überlegung wert…
Ist man mit allen vier Ventilen fertig, kann man diese herausziehen. Allerdings sollte man gleich den Ventilsitz auf Verschleiss prüfen. Wenn die Ventile wackeln, auch leicht, sollte der Ventilsitz erneuert werden, weil ansonsten die nötige Kompression nicht aufgebaut werden kann. Die sind nicht teuer, aber wie ich die reinbekomme, weiss ich noch nicht. Ich werde in den nächsten Tagen sowieso zu meiner Lieblingswerkstatt gehen müssen, um die neuen Ventile einzuschleifen, dann werden wir das dort gleich mitmachen. Ich werde Fotos machen.
Angenommen, der Sitz ist gut, kann man die Ventile herausziehen. Auch hier ist wieder Fingerspitzengefühl gefragt: Wenn sie klemmen, kann es sein, dass der Schaft verkratzt ist und abgeschliffen werden muss. Würde man das Ventil einfach mit Gewalt herausziehen, würde das den Ventilsitz zerstören und vermutlich im Laufe der ersten Zeit auch zu einem Leistungsverlust führen.
Sind die Ventile alle demontiert, kann man den Kopf nochmals in Spülmaschinenlauge einweichen und nochmals gut durchziehen lassen. Bei mir waren nach einer solchen Waschung kleine weisse Krümel auf dem Metall. Ich nehme an, das sind Tab-Rückstände. Vorsichtshalber habe ich die immer gründlichst abgewaschen um Unerwünschtes zu vermeiden.
Im nächsten Schritt wird der Zylinderkopf von innen gesäubert. Dazu kommt wieder der Dremel zum Einsatz mit verschiedenen Aufsätzen. Da die abzuschleifenden Teile allerdings recht groß, scharfkantig und schnell durch die Gegend flitzen, wenn man mal ansetzt, sollte man das ganze draußen und nicht ohne Schutzbrille machen.
Hier noch ein Bild von alten (oben) und neuen Auslass- (links, kleiner) und Einlassventilen. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, wie sich die 45°-Strecke schon sehr ausgeschlagen rund verformt hat. Diese alten Ventile sollte man gleich ersetzen, jetzt ist es am einfachsten und 5, 6 Euro fallen sicherlich auch nicht ins Gewicht…
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