So, endlich. Jetzt geht’s wirklich ans Eingemachte. Da ich nicht wirklich vom Fach bin, habe ich mir diesen Schritt lange überlegt, ob ich den Motor wirklich selbst ausbauen und zerlegen soll. Aber es ist nun mal so, dass man gerade beim Oldtimerschrauben wirklich viel lernt, indem man selbst Dinge in die Hand nimmt und auch durchführt. Deswegen habe ich mich doch dazu entschlossen, den Motor auszubauen.

Hinterer Auspuffkrümmer

Hinterer Auspuffkrümmer

Die erste Schwierigkeit lag darin, die Sache zu analysieren. Kann man den Motor der Giardiniera “einfach so” ausbauen? Ohne, dass das Auto dabei die Grätsche macht? Der Motor ist direkt mit dem Getriebe verbunden, an dem die Achsen und damit die Räder montiert sind. Der Motor hat hinten eine Motoraufhängung und das Gebtriebe wird vorne mit der Karosserie verschraubt. Ansonsten gibt es keinen Berührungspunkt der Antriebseinheit mit der Karosserie. Keinen? Doch, da war noch was. Die Dreiecksquerlenker, die die hintere Hälfte des Wagens abfedern. Und tatsächlich, der Motor kann ausgebaut werden, ohne dass man Angst haben muss, dass der Kombi in sich zusammensackt.

Untere Auspuffhalterung

Untere Auspuffhalterung

Dann mal eben die Verschraubungen gesucht, die man lösen muss, damit man den Motor herausbekommt. Schnell gesagt. Aber mit dieser ganzen italienischen Feldfeinstaubunterschicht ist das gar nicht so einfach.
Im ersten Schritt habe ich den Auspuff entfernt. Das sind je zwei 13er Muttern an den Auspuffkrümmern und zusätzlich wird der Auspuff unter dem Motor nochmals von zwei Muttern fixiert. Löst man die alle, kann man den Aufpuff rausrangieren.

Untere Motor-Getriebe-Schraube

Untere Motor-Getriebe-Mutter

Anschliessend sollte man sämtliche Züge, Kabel und Schläuche zum Motor lösen und austretende Flüssigkeiten auffangen. Sonst passiert es schnell, dass man eine ordentliche Sauerei produziert. Deswegen habe ich im Vorfeld auch schon mal das Öl abgelassen. Hier noch ein Tipp dazu: Wenn man das Öl in einem Eimer abgelassen und nach einiger Zeit in einen alten Kanister zur Entsorgung umgefüllt hat, sollte man unbedingt die Restbestände aus dem Eimer inspizieren. Alte Gummiteile von Dichtungen, Metallabrieb oder sogar Späne verraten nichts Gutes über den Zustand des Motors. Bei dem aktuellen Kandidaten hier kam erstaunlich wenig zum Vorschein. Mal sehen…

Muttern der Hecktraverse lösen

Muttern der Hecktraverse lösen

Aber zurück zum Motor. Der ist mit insgesamt sechs Muttern am Getriebe befestigt. Zwei sieht man gleich, wenn man den Motor von oben anschaut. Aber bevor wir diese Muttern lösen, entfernen wir erst einmal den Anlasser. Der hat drei Muttern, von denen zwei auch zur Fixierung des Motor-Getriebe-Komplexes benutzt werden. Unter dem Anlasser finden wir noch eine weitere Mutter und auf der linken Seite recht weit unten ist die letzte Mutter versteckt. Nachdem man den Anlasser demontiert und die restlichen vier Muttern gelockert hat, kümmert man sich um die hintere Verschraubung des Motors.

Achtung, wichtig: Niemals versuchen, die Feder der hinteren Motoraufhängung zu lösen. Das gibt einen glatten Kopfdurchschuss!! Der Motor wird mit der kompletten Hecktraverse demontiert, die dann später vom Motor gelöst wird.

Motor- und Getriebeblock trennen sich

Motor- und Getriebeblock trennen sich

Der Motor muss jetzt abgestützt werden. Dazu habe ich mir ein kleines Wäglechen gebaut (Holzbrett & vier Räder drunter). Der Wagen wird hinten ein paar Zentimeter angehoben (in der Mitte der Traverse), dann der Wagen druntergeschoben und der verbleibende Zwischenraum mit stabilem Material – z.B. Holzscheite -  “ausgebockt” (aufgefüllt? unterlagert? sagt mir ein passendes Wort…), am besten so, dass er nach dem Lösen aller Muttern nicht gleich auf den Fuss fällt. Dann kann man den Wagen wieder ablassen und der Motor liegt schon mal auf dem Wagen. Nun löst man alle Muttern des Motors zum Getriebe.

Die Hecktraverse zieht man zusammen mit dem Motor nach hinten raus

Die Hecktraverse zieht man zusammen mit dem Motor nach hinten raus

Jetzt muss die Hecktraverse mit insgesamt sechs 13er Muttern gelöst werden, damit man sie mitsamt dem Motor nach hinten rausziehen kann. Man braucht stellenweise viel Kraft, muss aber trotzdem sehr vorsichtig sein, um die Schrauben, Buchsen und Bohrungen nicht zu beschädigen. Die Hecktraverse konnte ich nach hinten herausziehen, indem ich sie nach links/rechts bewegt habe. Man muss ein bisschen auf das Getriebe aufpassen, das rutscht ein paar Zentimeter nach unten, sobald der Motor weg ist. Eventuell kann da jemand helfen, oder man stützt es auch ein bisschen ab.

Die Scheidung

Die Scheidung

So, das wars eigentlich, mehr ist da nicht zu tun. Der Motor ist draussen und gibt ordentlich Platz im Motorraum für Inspektionen.

Und zum krönenden Abschluss noch zwei Bilder vom ausgebauten Motor. Auf dem linken sieht mn die Seite in Richtung Getriebe. Dieses runde Teil selbst ist die Kupplung. Auf dem zweiten Bild sieht man den Vergaser (hellrotbraun, oben), die Auslassstutzen für den Auspuff (links & rechts), rechts unten die Warmluftzufuhr für die Heizung und die Luftzufur für den Vergaser (Mitte).

Motörchen auf Brettchen

Motörchen auf Brettchen

Arbeit für die nächsten Wochen

Arbeit für die nächsten Wochen

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