Nach einiger Zeit der Abstinenz habe ich gestern endlich wieder ein bisschen Zeit mit der Patientin verbracht. Gleich zu Beginn habe ich es nach unzähligen Anläufen geschafft, die Fahrertür zu entleeren. Von einigen Seiten habe ich bereits gehört, dass die Montage der Türen ein nervnaufreibendes Unterfangen sein soll. Über den umgekehrten Weg konnte ich allerdings nur sehr spärliche Informationen sammeln. Die Demontage aller Elemente der Tür wird nirgends so recht beschrieben, ausser: Ist eben der umgekehrte Weg zur Montage. Ja, klar. Aber bei der Montage sieht man vielleicht eher wo es hakt, wenn man ein Teil einsetzen will. Ganz konkret hatte ich Schwierigkeiten mit dem Dreiecksfenster.
Aber von vorne: Zuerst kurbelt man bei den Selbstmördertüren das Fenster ganz herunter und nimmt die Fensterkurbel ab. Da diese bereits beim Kauf auf dem Fahrersitz lag musste ich nicht lange nach einer versteckten Schraube suchen. Bei der Beifahrertüre sieht es da anders aus, aber das ist ein Problem fürs Wochenende. Falls es Probleme im Hinblick auf die Abnahme der Kurbel geben sollte, werde ich hier nochmals berichten, worauf man achten sollte. Als nächstes ist bereits die Innenverkleidung an der Reihe – andere abzunehmende Elemente gibt es nicht. Die Innenverkleidung ist mit insgesamt drei Blechhaken an der Tür fixiert. Diese kann man einfach aufbiegen, wenn sie noch einigermassen intakt sind. Wenn man darauf angewiesen ist, dass beim Verbigen der Haken die Farbe nicht absplittert, sollte man vorsichtig den Haken mit einem normalen Fön erwärmen. Dadurch wird die Farbe weich und biegsam. Allerdings sollte man nicht zu heiss oder zu nah fönen. Ansonsten passiert es schnell, dass die Farbe zu heiss wird und Blasen schlägt oder dass die Innenverkleidung Schaden nimmt. Also, wie immer: Schön langsam und bedächtig. Hinten an der Türe hat es zwei Haken (vorne ist es einer). Auch diesen verbiegen wir. Dann kann man die Innenverkleidung abnehmen. Vorsicht an der Kurbelachse des Fensters, diese kann die Innenverkleidung aufreissen.
Anschliessend kann man schon mal einen Blick ins Innere werfen und sich überraschen lassen, was sich alles in ein paar Jahren in einer Tür ansammeln kann (sofern sie unten nicht durchgerostet ist). Als nächstes Habe ich das Schloss demontiert. Dazu muss man lediglich die entsprechenden Schrauben lösen. Ok, zugegeben, die eine Schraube des äusseren Türöffners hat mich ein bisschen fluchen lassen, aber letzendlich habe ich auch sie besiegt. Zusammen mit dem Kurbelapparat (3 Schrauben) löst man den vorderen Teil der Fensterführung. Mit einer entsprechenden Zange zieht man danach die Fensterzierleistenklammern auf halber Höhe des Fensters ab. Am besten ist es, dieses Klammern oben und unten zu mit der Zange packen, ansonsten zerkratzt man sie. Die äussere Zierleiste kann man jetzt schon entfernen. Ich habe einen stabilen abgerundeten Plastikgriff von etwas Verschollenem hergenommen, ihn an der Stelle der entfernten Klammer angesetzt und mit einer Hand leicht auf diesen Griff geschlagen. Die Zierleiste geht recht leicht weg, man sollte allersings vermeiden, sich mit spitzen Gegenständen an ihr zu schaffen zu machen. Das verzeiht sie nicht. Zusätzlich sollte man die Leisten, sofern man sie wiederbenutzen möchte, nicht verbiegen. Die innere Zierleiste kann man NICHT entfernen, zumindest noch nicht. Der Verschlussmechanismus des Dreieckfensters verhindert ein Abziehen. Das geht erst im vorletzten Schritt.
Im nächsten Schritt habe ich die obere und hintere Fensterführung herausgerissen. Ja, das habe ich. Da das Fenster hinterher ja wieder einigermassen wasserabweissend sein soll, muss ich diese Führung ersetzen. Ausserdem war sie eingeklebt, was eine ordentliche Demontage unmöglich gemacht hätte. *rupf*
Ab jetzt ist Vorsicht angebracht, was die Kurbelscheibe betrifft. Da der äussere Filzstreifen fehlt, kann es sein, dass die Scheibe direkt an das äussere (verrostete) Metall kommt und zerkratzt. Ich habe deswegen einen kleinen Stofffetzen von oben über die Scheibe gelegt und aussen und innen direkt an der Scheibe versenkt – kann man sich das vorstellen?
Ok, weiter im Text. Das Dreiecksfenster. Ja. Das Drecksfenster löst man mit zwei Schrauben auf der Oberseite der Türe. Anschliessend klappt man das Fenster stark aber vorsichtig um ca 45° nach hinten. Dabei musste ich die Kurbelscheibe mitkippen, was aber aufgrund der fehlenden vorderen Führungsschiene kein Problem ist. Bei der inneren Zierleiste hatte ich allerdings (wie ich hinterher festgestellt habe) die Befestigung des inneren Filzstreifens am vorderen Ende etwas “aufgelöst” und hat somit verhindert, dass ich das Dreiecksfenster nach hinten kippen konnte. Nach 2 Tagen (jaaaa, 2 Tage) hat es dann aber endlich geklappt und ich konnte die Scheibe nach oben aussen entlang ihrer Neigung herausziehen. Drecksscheibe.
Anschliessend noch schnell die innere Zierleiste herausgehämmert und die Scheibe nach ober herausgezogen – leer ist die Tür…
Aber schon stellt sich die nächste Frage: Wie bekommt man die Türe ab? Richtig. Es sind ja nur die zwei Bolzen aus den aussen liegenden Türscharnieren herauszuziehen. Hehe, nur.
Den Hammer sollte man gleich mal in der Werkzeugkiste lassen. Nix da. Hier bitte nicht hämmern, das zerstört nur die Gelenke und ihre Aufnahmen an der Karosserie. Es muss etwas sanftes her. Aber was? Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass die Bolzen nach oben herausgeschoben werden müssen und dass unten ein kleiner Zipfel (deswegen heisst es DER Bolzen) des Bolzen herausschaut. Nach kurzem Umherblicken in der Garage kam mir die Idee. Ich habe zuerst die Farbe am Bolzenkopf abgekratzt und dort einen Ring-Maulschlüssel der Größe 14 aufgelegt (einen alten billigen nehmen!!). Gerade so, dass der Bolzen – wenn er sich doch herausschieben würde, dort genau durchpasst. Dann habe ich meinen Schraubstock von meiner noch nicht vorhandenen Werkbank abgenommen und ihn senkrecht angesetzt.
Genau so, dass er oben gegen der Maulschlüssel und unten gegen den Zipfel drückt. Man glaubt nicht, wie fest so ein Bolzen sitzen kann, doch mit einem Mal, *BONK*, kam er raus. Ich habe dann noch weitergedreht, bis der Zipfel nicht mehr zu sehen war. Herausgezogen habe ich ihn nicht, erst den unteren auch noch lösen, dachte ich mir. Beim oberen Scharnnier geht das recht gut, beim unteren kommt man aufgrund der Türform nicht besonders gut hin. Man muss den oberen Teil des Schraubstockes sehr nah an die Tür schieben, damit der überhaupt den Maulschlüssel richtig zu fassen bekommt. Ich habe dann ordentlich angezogen, leider tat sich nichts. Der Schraubstock ist so fest angezogen, dass er von alleine hält. Während er da so an der Tür rumhängt, habe ich noch etwas Rostlöser auf das Scharnier gesprüht und dann Feierabend gemacht. Mal sehen, ob der heute abend noch immer so doof rumhängt oder ob die Tür bereits abgefallen ist…
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